Willkommen

Herzlich Willkommen auf der Seite des Vereins der Freunde des Archivs für Heimatforschung Rotenburg (Wümme) e.V.
Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über unsere Aufgaben, Ziele und lernen unsere Mitglieder kennen.

Heft 99 der Rotenburger Schriften erschienen

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der neuste Band der Rotenburger Schriften vorgestellt. Aus dem Inhalt:

Dr. Walter Jarecki berichtet aus seiner Arbeit am Urkundenbuch zum Andreas-Stift Verden über die Besitzungen des Stiftes im Landkreis Rotenburg, vor allem an der Kirche in Sittensen. Dr. Wolfgang Dörfler stellt eine Karte des Herzogtums Verden (soweit es zwischen Weser und Aller gelegen ist) von 1650 vor. Diese Karte aus dem Reichsarchiv Stockholm war bisher in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Dr. Jan Müller-Scheeßel hat einen Aufsatz zur Geschichte der Scheeßeler Wassermühle geschrieben, die heute das bedeutendste technikgeschichtliche Denkmal des Landkreises ist. Aus der Presse ist der Konflikt um die Staurechte und die Durchgängigkeit des Wehrs bekannt. Hier die Hintergründe aufzuzei-gen ist dem Autor sehr informativ gelungen. Hans-Joachim Turner stellt einen in der Literatur bisher noch nicht beschriebenen Gebäudetypus vor, für den er drei Beispiele in Krelingen, Landkreis Heidekreis gefunden hat. Es handelt sich um ein Häuslingshaus mit integriertem Backofen. Der Aufsatz ist von zahlreichen sehr schönen Zeichnungen begleitet und erweitert unsere Kenntnisse des Häuslingswesen und vor allem der Wohnstätten dieser ländlichen Bevölkerungsgruppe. Der Rotenburger Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse berichtet, dass in einem vorgeschichtlichen Hügelgrab bei Volkensen einige mehrere Tausend Jahre alte, fremdartige Pfeilspitzen aus Obsidian entdeckt wurden, die einwandfrei nordamerikanischer Herkunft sind und vermutlich im 19. Jahrhundert n. Chr. ihren Weg hierher fanden und zwar im Gepäck zurückkehrender Amerikaaus-wanderer. Der Aufsatz von Michele Bredehöft aus Bremervörde behandelt die Geschichte der Ackerbauschule Bremervörde, ihre Gründung, ihre Blüte und die Spuren, die in der heutigen Berufbildenden Schule zu finden sind. Die Schule selbst hatte von 1875-1936 bestanden. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Zeven in der Zeit nach 1933 und das Schicksal der Zevener Juden nach dem 2. Weltkrieg sind die Themen, das Roland Sperling von der Stiftung Lager Sandbostel aufgearbeitet hat. Der Aufsatz basiert auf Voruntersuchungen der ehemaligen Kreisarchivarin Frau Dr. Elfriede Bachmann und einem Vortrag, den Roland Sperling im Jüdischen Museum Cohn-Scheune in Rotenburg gehalten hat. Dort wurde in Jahr 2019 auch die von einer tischlerklasse nachgebaute Einrichtung des Zevener Betsaals gezeigt. Dieser Raum war als letzte neue Synagoge Deutschlands erst 1937 eingerichtet worden. Seine Einrichtungen wurden 1939 in einer öffentlichen Aktion zerschlagen und verbrannt.. Am 12. Februar wurde in Scheeßel ein „Stolperstein“ im Andenken an Anna Katharina Meyer verlegt. Sie war 1941 aus den Rotenburger Anstalten nach Hadamar verlegt worden und wurde dort ermordet. In der Feierstunde wurden von Herrn Dr. Karsten Müller-Scheeßel, dem ehemaligen Scheeßeler Gymnasialdirektor, und Frau Dr. Carola S. Rudnick von der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg Ansprachen gehalten. Die Druckfassung dieser Beiträge ist dokumentiert. Das Rotenburger Ratsgymnasium feierte 2019 das 70. Jubiläum seiner Gründung. In einer Rückschau haben Norbert Bitzer und Jonas-Hanns Kruse – beide Geschichtslehrer am Ratsgymnasium – die Festschriften zu den 10- und 25 jährigen Jubiläen von 1959 und 1974 auf ihre politischen und weltanschaulichen Implikationen untersucht und so den Wandel der Zeiten und Anschauungen deutlich gemacht. Freilichtmuseen bäuerlicher Gebäude sind ohne Frage von großem Reiz. So ging Dr. Wolfgang Dörfler dem Freilichtmuseumsgedanken nach und fragt nach den Gründungsmotiven und Gründungspersönlichkeiten dieser Einrichtungen. Ein besonderer Blick gilt dabei natürlich den Einrichtungen im Landkreis Rotenburg (Wümme), der ja kein zentrales Freilichtmuseum besitzt, aber eine große Zahl an musealisierten historischen Gebäuden in den Dörfern aufzuweisen hat. Statt der sonst üblichen Gedichtvorstellung drucken wir in diesem Jahr die Vorstellung eines Prosatextes von Joseph Roth aus seinem Roman Radetzkymarsch. Anhand des Textes, der Person des Autors und anderer literarischer Erzeugnisse zu dem Themenkomplex wirft Dr. Wolfgang Dörfler einen Blick auf den Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie und die prekäre Lage, in die die jüdischen Einwohner des Vielvölkerstaates dadurch gerieten.

Jahresbericht 2019 des Vorsitzenden

Liebe Mitglieder, sehr geehrter Herr Landrat, liebe Gäste,

das Vereinsjahr 2018/19 verlief in ruhigen Bahnen was aber nicht heißen soll, dass wir wenig getan hätten. Ich möchte zu drei Kategorien berichten und zwar

1. Der Vereinsarbeit im engeren Sinne mit Vorstandsarbeit und Vorträgen

2. Die Publikationen

3. Das Archiv für Heimatforschung

1. Der Verein

Die Mitgliederzahl unseres Vereins liegt bei 70. Seit der letzten MV sind zehn Beitritten zu verzeichnen. Ihnen standen zwei Austritte davon einer aus Altersgründen entgegen. Zu beklagen war erst vor wenigen Tagen der Tod unseres Mitgliedes Frau Barbara von Bothmer aus Lauenbrück und der Tod von Herrn Kurt Werner Sadowski, der am 21. 4. im Alter von 85 Jahren verstarbt. Er war die Seele der Angerburger-Kreisgemeinschaft, die mit uns unter einem Dach residiert und hat auch an manchen Aktivitäten unseres Vereins teilgenommen. Auf seiner Beerdigung war unser Vorstand mit vier Personen vertreten. Michael Meyer hat einen Nachruf auf ihn formuliert, der in den heute vorzustellenden Rotenburger Schriften abgedruckt ist. Ich bitte Sie, sich im Andenken an den Verstorbenen zu einer Schweigeminute zu erheben. Ich danke Ihnen! Auf der letzten sehr gut besuchten Mitgliederversammlung hatten wir Prof. Konrad Elmshäuser, den Leiter des Bremer Staatsarchives zu Gast. Er referierte über die Stadt Bremen im 17. Jahrhundert und zeigte an Hand von zahlreichen Landkarten, welche gewaltigen Fortifikationen sich die Stadt zulegte. Sie hielten was sie sollten, nämlich im ganzen 30-jährigen Krieg die fremden Soldaten aus der Stadt fern, führten aber auch zu einer noch ein Jahrhundert später spürbaren starken Verschuldung der Stadt, die eine politischer Unbeweglichkeit zur Folge hatte. Der Vortrag war außerordentlich informativ und lebhaft vorgetragen. Es waren auch viele Mitglieder der Archäologischen Gesellschaft unter den Zuhörern, so dass sich die enge Verbindung der beiden Verein und das gegenseitige Einladen zu den Vorträgen schon bewährt hat. Einen weiteren Vortrag hielt Prof. Armin Schöne aus Achim. Er ist emeritierter Professor für Ingenieurwissenschaften, aber seit Jahrzehnten auch als Historiker tätig. Sein Schwerpunkt liegt in Publikationen zu den stiftbremischen Burgen, besonders der Burg Langwedel. Bei uns berichtete er am 25. April zu den Burgen Rotenburg und Langwedel. Der Autor brachte eine Broschüre zum Thema mit, die einige Monate zuvor von Rotenburger Falkenberg-Verlag herausgegeben worden war. Dazu finden Sie eine Vorstellung und Besprechung im neuen Band der Rotenburger Schriften. Wir danken Herrn Schöne für seinen interessanten Vortrag und Frau Falkenberg für die organisatorische Unterstützung der Veranstaltung, die ungewöhnlich gut besucht war, so dass alle Sitzgelegenheiten im Kleinen Sitzungssaal belegt waren. Leider hatte ich vergessen, die Spendenbüchse unseres Vereins aufzustellen, etwas, das zu den Zeiten, als Alice Bargfrede-Olsson noch diesen Part in ihren Händen hatte, nicht passiert war. Die Organisation der Pressearbeit war aus den bewährten Händen unserer 2. Vorsitzenden Alice Bargfrede-Olsson an Michael Meyer aus Drögenbostel übergegangen. Er hat sich auch um die Aktualisierung unser Web-Seiteneinträge gekümmert. Dafür möchte ich ihm einen ganz herzlichen Dank aussprechen. Bezüglich der Vorstandsarbeit unseres Vereins ist von 8 Sitzungen im Jahr 2019 zu berichten, zu denen schriftliche Protokolle vorliegen. Auf dem Heimathausgelände haben wir uns an einer Planung für die Präsentation der steinernen Relikte der Burg beteiligt. Über die bestehende schöne Großvitrine hinaus möchte der dortige Unterstützerkreis auch die weiteren bisher nur eingelagerten Spolien der Öffentlichkeit zugänglich machen.

2. Publikationen.

Zwei Veröffentlichungen haben in diesem Jahr den Hauptteil der Arbeit gefordert. Frau Dr. Knoop und ich hatten es in diesem Frühjahr übernommen, einen Sonderband 36 der Rotenburger Schriften auf den Weg zu bringen. Frau Prof. Inge Mager aus Hamburg war bis zur ihrer Pensionierung Professorin für Kirchen- und Dogmengeschichte zunächst in Göttingen, dann an der Hamburger Universität. Sie war als Flüchtlingskind nach Hiddingen gekommen und hatte dort ihre Grundschulzeit erlebt, was ihr noch in sehr lebendiger Erinnerung war. Auch darum hat sie dann die Geschichte der Schule in Hiddingen von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur Auflösung im Jahr 1969 recherchiert und in einen gut lesbaren Text einfließen lassen. Darin sind viele eigene Erfahrungen aber auch Gespräche mit Freunden und viele Archivrecherchen eingeflossen. Unser Part war es, den Text in Buchform herauszugeben und die zahlreichen von der Autorin vorgesehenen Abbildungen in einer für die hohen Ansprüche des Verlages geeigneten Form herbeizuschaffen. Außerdem erwies es sich, dass wir uns um die Finanzierung des Layouts und des Druckes kümmern mussten. Am Sonnabend den 26. Oktober haben wir im Dorfgemeinschaftshaus Hiddingen gemeinsam mit Frau Prof. Mager den Band vorgestellt. Die Resonanz war überwältigend, Es waren nicht genug Stühle zur Verfügung, um allen Interessierten einen Platz zu bieten. Die Versorgung Kaffe und Butterkuchen mussten wir als Verein selbst organisieren, weil eine Nutzung der Räume in der örtlichen Gastwirtschaft aus Platz- und Zeitgründen nicht möglich war. Ich danke Herrn Michael Meyer aus Drögenbostel aber auch den verantwortlichen Kommunalpolitikern für die Unterstützung. Als Förderer des Bandes haben wir die Stadt Visselhövede, die Ortschaft Hiddingen, die Ortschaft Drögenbostel, die Bürgerstiftung Visselhövede und den Landschaftsverband Stade gewinnen können. Unser Verein hat einen Beitrag geleistet, da wir ja auch unsere Mitglieder mit dem Band versorgenWir brauchenten so von der Autorin angebotenen eigenen finanziellen Beitrag nicht in Anspruch zu nehmen. Sie hat unserem Verein dann allerdings eine Geldspende zukommen lassen, wofür wir ihr dankbar sind. Der Sonderband der Rotenburger Schriften hat 119 Seiten und ist fast durchgängig mit Farbabbildungen versehen. Die Mitglieder unseres Vereins erhalten ihn für ihren Jahresbeitrag heute hier kostenlos, sonst kostet er im Verkauf 8 € und ist auch über den Buchhandel zu erwerben. Auf der Vorstellung hatte Frau Prof. Mager in einer Ansprache über die Entstehung des Textes berichtet, besonders aber hatte sie den Rundfunksprecher Peter Bieringer verpflichtet, der von ihr ausgewählte Passagen des Buches gelesen hat. Das waren eine originelle und von allen Beteiligten sehr gelobte Idee und ein eindrückliches Erlebnis. Auf der Veranstaltungen wurden 50 der Bücher verkauft und es konnte eine erhebliche Spendensumme für die Beköstigung gesammelt werden. Durch die Arbeiten an dem Sonderband konnten Frau Dr. Knoop, Herr Dr. Jarecki und ich erst relativ spät mit der Produktion des diesjährigen Bandes der Rotenburger Schriften beginnen. Die Liste der verschickten Mails war mit 400 etwas länger als die für die letztjährigen Rotenburger Schriften. Gegenüber den 560 Mails das Bandes 2017 bedeutet das aber eine erfreuliche Verbesserung der Arbeitseffektivität. Der diesjährige Band ist 24 Seiten stark. Sein Inhalt wird nach dem Vortrag noch kurz vorgestellt werden. Hier schon möchte ich aber dem PD-Verlag in Heidenau und besonders Frau Katrin Schwarz für ihre gute Arbeit und ihr unerschütterliche Geduld mit unseren Layout- und Korrekturwünschen herzlich danken. Alle zwölf Publikationen unseres Vereins aus den zurückliegenden Jahren sind aus dieser Zusammenarbeit erwachsen. Und auch in diesem Jahr hat der Landkreis mit der Abnahme der für den Schriftentausch des Archivs genutzten 100 Exemplaren uns wieder zuverlässig und entscheidend unterstützt. Der größte Dank geht aber an Frau Dr. Knoop, Herrn Jarecki und an die anderen Vorstandkolleginnen und –kollegen sowie an Sie als Mitglieder oder künftige Mitglieder, die mit Ihrem Kommen, ihrem Mitgliedsbeitrag und dem Lesen der Bücher die Herausgabe der Jahresschrift wie auch die Organisation der Vorträge möglich machen und vor allem unser Vereinstätigkeit einen Sinn geben! 3. Ich komme damit zu meinem dritten Punkt, dem Archiv für Heimatforschung.

Zunächst lässt sich Herr Kosiki entschuldigen, der gerne selbst hier vorgetragen hätte. Er ist auf einem lange feststehenden mehrtägigen Termin zur Archivfortbildung in Halle. Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv in Person von Sönke Kosicki und Hennig Müller ist sehr zu loben. Herr Kosicki hat an fast allen unserer Vorstandsitzungen teilgenommen, so dass kurze Wege und leichte Absprachen jederzeit möglich waren. Frau Mischok, die im Archiv für Heimatforschung für die Archivgutpflege und die Besucherbetreuung zuständig ist, unterstützt auch uns, so wie sie heute in Anschluss wieder die Verteilung der Bände an unsere Mitglieder, an die Sponsoren und die Autoren in ihren Händen hat. Wir möchten ihr für diese gute Zusammenarbeit durch die Überreichung eines kleinen Geschenks ein Zeichen des Dankes aussprechen. In der Bibliothek in Rotenburg ist die Verzeichnung der Bücherneuzugänge durch Frau Mischok, aber auch die Etikettierung der Reihen, die lange nicht erfolgt war, gut vorangekommen, so dass kaum noch Bände ohne Verzeichnungsnummer in den Regalen stehen. Insgesamt sind in den letzen zwölf Monaten 40 neue Bände eingetroffen, die im Schriftentausch geliefert und in die Bibliothek eingeordnet wurden. Daneben wurden uns wiederholt Bücher aus Nachlässen und Vorlässen (bei Verkleinerung der Wohnfläche im Alter) übergeben. Die Bücher wurden, wo es sinnvoll ist, in die Bibliothek integriert. Die Dubletten werden von uns für niedrige Preise zum Weiterverkauf angeboten. Vor dem Sitzungssaal finden Sie vier Kisten mit nach Preisen sortierten regionalgeschichtlichen Bücher aus dieser Quelle. Auf unseren Wunsch hin hat das Kreisarchiv auch in diesem Jahr wieder acht Bücher für die Bibliothek angeschafft, die für unsere Arbeit interessant und wichtig sind. Sehr dankbar sind wir dem Kreisarchiv, dass dort ein Verzeichnis erstellt wurde, in dem die Aufsätze der Rotenburger Schriften seit dem Heft 77 von 1992 bis heute nachgesehen werden können. Bis 1992 reicht ja das damals noch im Institut unter Herrn Dr. Petschel verfasste Verzeichnis der älteren Aufsätze. Das neue Verzeichnis ist in chronologischer Sortierung und nach Autorennamen geordnet auf der Web-Seite unseres Vereins nachzulesen. Die Anschaffung des Landkarten-Nachlasses von Heino Schwibert ist nunmehr abgeschlossen. Diese aus ca. 300 Karten verschiedenen Alters bestehen Sammlung wurde durch den Landkreis von den Erben erworben und wird hier in Rotenburg im Archiv aufbewahrt, wie es der große Wunsch Heino Schwiberts gewesen ist. Uns als Verein stellt sich im kommenden Jahr die Aufgabe, wenn die Verzeichnung und Signierung der Karten abgeschlossen sein wird, eine Serie der Karten in einer Ausstellungen zu präsentieren. Das heißt, dass wir die Anschaffung von geeigneten Rahmen mit UV-geschützter Museumsverglasung, die Anfertigung von Passepartouts, die Rahmung und die wissenschaftliche Kommentierung der ausgestellten Karten übernehmen wollen. Unserem Verein ist dafür vom Landschaftsverband in Stade eine Förderung dieser als Wanderausstellung gedachten Präsentation in Aussicht gestellt worden. Weiter hoffen wir, die EWE-Stiftung für das Projekt gewinnen zu können. Aus dem Kreisarchiv in Bremervörde ist zu berichten (auf der Basis einer von Herrn Kosiki zusammengestellten Liste): • Wiederholte Seminare zur Familienforschung • Neue Onlineangebote • Verzeichnung der Kartensammlung des Landkreises • Erschließung eines Bildarchiv, in das auch die alten Bestände des instituts eingepflegt werden • Veranstaltung zum Tag der Archive Die – durch die Weitergabe des Camman-Archivs im Büroraum freigewordenen – Stahlschränke nutzen wir nach Absprache mit dem Kreisarchiv jetzt für die Vorstandsunterlagen, die Manuskripte der Artikel in den Rotenburger Schriften der vergangenen 10 Jahre und noch nicht verkaufte Exemplare der Rotenburger Schriften. Die Bände Nr. 90, 97 und 98 sind auf einen kleinen Bestand von weniger als 20 Exemplaren verkauft. Wir haben allerdings die Möglichkeit beim Verlag noch Exemplare dieser Bände zu erwerben, da er sich für den Verkauf über den Buchhandel immer einen Teil der Gesamtauflage zurückhält. 4. Ausblick Im nächsten Jahr sollen wieder Vortragsveranstaltungen durchgeführt werden. Ein Thema wird das Häuslingswesen und besonders die dafür errichteten Häuslingshäuser sein. Ebenso wurden Gespräche geführt um einen Vortrag zur Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Zeit des Nationalsozialismus einzuwerben. Eine Busexkursion nach Cuxhaven zur Ausstellung: „Mittelalterarchäologie“ ist gemeinsam mit der Archäologischen Gesellschaft, dem Heimatverein Hesedorf und ev. wieder Rotary Rotenburg in Planung. Dort würde außer dem modernen Museums Windstärke 10 auch die Möglichkeit bestehen den nahegelegenen Bahnhof, der von einer Genossenschaft aus Cuxhavener Bürger erworben und renoviert worden ist, aufzusuchen oder das Projekt zur Umwandlung des alten Fischereihafens in eine Erlebnislandschaft mit Hotelneubau und umfangreicher Gastronomie vorgestellt zu bekommen. Vor allem aber wird 2020 das „Heft“ 100 der Rotenburger Schriften erscheinen. Das hört sich nach einem Jubiläum an und so überlegen wir, wie es zu begehen wäre. Die Kartenausstellung sehen wir dabei als wichtigen Punkt. Das Jahresheft aber auf Karten auszurichten wird nicht gut möglich sein. Das Format des Bandes ist zu klein, um Karten in heute üblicher Qualität und Lesbarkeit wiederzugeben. Natürlich werden wir in einem Text auf die Kartensammlung und die Ausstellung eingehen. Wir wollen bezüglich des Jubiläums Leser, Historiker, Autorinnen und Autoren, benachbarte Zeitschriftenherausgeber und andere Freunde der Rotenburger Schriften bitten, mit „Grußbeiträgen“ uns ihre Erfahrungen mit der Zeitschrift zu übermitteln, ihren „Lieblingsbeitrag“ zu beschreiben oder Wünsche an uns als Herausgeber zu formulieren. Bitte überlegen Sie, die Sie heute anwesend sind, ob Sie auch dazu beitragen möchten! Herr Dr. Dannenberg vom Landschaftsverband, der sich heute entschuldigen lässt, hat einen solchen Beitrag schon zugesagt. Die Finanzen des Vereins sind wohlgeordnet, wie Ihnen unser Kassenwart Wilhelm Hahne gleich vortragen wird. Ich danke Ihnen für Ihre Geduld beim Zuhören!

„Neue Forschungen zur Geschichte der Verdener Bischöfe im frühen und hohen Mittelalter“

Der Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung Rotenburg (Wümme) lädt zum Vortrag von Tobias Jansen, M.A. am Mittwoch, 27. November 2019 um 19.00 im großen Sitzungssaal des Rotenburger Kreishaus, Hopfengarten 2 ein. Tobias Jansen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn und promoviert zur Zeit bei Prof. Theo Kölzer. Der Vortragende wird sich mit der Verschränkungen von säkularer und kirchlicher Herrschaft sowohl im Raum der späteren Diözese Verden als auch durch die Person des Bischofs befassen und die Forschungsproblematik, welche sich neben der Diözese Verden auch für die weiteren sächsischen Bistümer aus der MGH Diplomata-Edition der Urkunden Kaiser Ludwigs des Frommen (ed. Theo Kölzer, 2016) ergab, thematisieren. Sodann werden die Analysepunkte des Vorhabens anhand eines beispielhaften Biogramms eines Verdener Bischofs der Ottonenzeit verdeutlicht.

Zuvor findet ab 18.00 Uhr die öffentliche Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des Archivs für Heimatforschung statt. In Anschluss an den Vortrag wird der neue Band 99  der Rotenburger Schriften vorgestellt. Historisch Interessierte nicht nur aus Verden und Rotenburg sind herzlich eingeladen.

„Sehr gut ist nur der liebe Gott“-Geschichte der Volksschule Hiddingen

Der Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung wird am Sonnabend, 26. Oktober 2019 um 15.00 Uhr im Dorfhaus Hiddingen den 36. Sonderband der Rotenburger Schriften der Öffentlichkeit vorstellen. Dieser Band befasst sich unter dem Titel „Sehr gut ist nur der liebe Gott“- Hiddinger Schulgeschichte von 1780-1969 mit der Geschichte der ehemaligen Volksschule in Hiddingen. Diese hatte Frau Prof. Dr. Inge Mager aus Hamburg erforscht und dokumentiert. Mager ist Kirchenhistorikerin und besuchte in ihrer Kindheit selbst die Hiddinger Schule. Der Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung lädt alle Hiddinger Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte herzlich zur Teilnahme ein. Der Eintritt ist frei. Kaffee und Kuchen werden angeboten. Im Anschluss an die Vorstellung und einer Lesung kann der Sonderband erworben werden.

Schriften-Register jetzt online!

Für die Beiträge der Rotenburger Schriften Nr. 77 bis 98 ist jetzt ein Register verfügbar.

Unter geistlicher und weltlicher Herrschaft im Alten Reich: Rotenburg zur Zeit der Erzbischöfe von Bremen und der Könige von Schweden – Vortrag von Prof. Dr. Armin Schöne

Begleitend zum Vortrag von Prof. Dr. Armin Schöne am Donnerstag, den 25. April 2019 um 19.00 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses in Rotenburg, den dieser Autor auf Einladung des „Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung Rotenburg e. V.“ halten wird, ist jetzt bei der „Edition Falkenberg“ die Abhandlung „Rotenburg (Wümme) zur Zeit der Erzbischöfe von Bremen und der Könige von Schweden“ erschienen. Rotenburg (Wümme) stellte seit Beginn des 13. Jahrhunderts das „wesentliche Hoflager“ der Erzbischöfe von Bremen und der Bischöfe von Verden dar. Bemerkenswert ist dabei die Stellung, mit der die bischöfliche Residenz Rotenburg gegenüber den beiden erzbischöflichen Residenzen Bremervörde und Langwedel hervortritt, wo sich zusammen mit Rotenburg die Kammern mit dem Erzbischöflichen Nachlass befanden. Die Voerder Kanzlei und zugleich auch der Voerder Kanzler hatten ihren hauptsächlichen Sitz in Rotenburg. Die Verdener Kanzlei befand sich sowieso in Rotenburg. Die Herrschaft von Erzbischöfen und Bischöfen endete mit ihrer Lebenszeit. Es folgte regelmäßig eine Zeit der Sedisvakanz, in der Nachfolger gesucht und gewählt werden mussten. In der Zeit der Sedisvakanz musste auch der Nachlass des verstorbenen Erzbischofs oder Bischofs gefunden werden, der sich bei den Erzbischöfen in den Kammern von Rotenburg, Bremervörde und Langwedel befand. Bemerkenswert war, dass die Domkapitel keinen Zugang zum Nachlass des verstorbenen Fürsten hatten. Im Hochstift Verden gab es mit Rotenburg (Wümme) nur eine einzige Festung. Im Erzstift Bremen waren demgegenüber unterschiedliche Festungen zu finden, unter deren Bremervörde und Langwedel herausragten. Die Umstellung der Festungsanlagen auf Befestigungswälle im 16. Jahrhundert wurde zuerst bei den Langwedeler und Rotenburger Anlagen üblich. Auf den Erzbischof Georg von Sachsen-Lüneburg-Wolfenbüttel gehen die allgemeinen Anordnungen zurück, dass Meier und andere Landwirte an Befestigungsanlagen Dienstleistungen zu erbringen hatten, so insbesondere an der Festung Rotenburg. Der 30jährige Krieg endete mit den Friedensverträgen von Münster und Osnabrück. Das Erzstift Bremen und das Hochstift Verden fielen als Herzogtümer Bremen und Verden an die Könige von Schweden, zuerst an Königin Christina. Beginnend 1644 und vor allem 1645 hatte Hans Christoffer von Königsmarck das Erzstift Bremen und das Hochstift Verden für Schweden militärisch erobert. Unter der schwedischen Herrschaft kamen Schloss und Amt Rotenburg durch die Donation der Königin Christina an den nunmehrigen Gouverneur Hans Christoph (Christoffer) von Königsmarck und dessen Nachkommen. Unmittelbar nach der Reichsexekution 1675-1680 gegen Schweden wurde Königin Christina selbst Eigentümerin von Rotenburg, indem sie die Insel Öland gegen Rotenburg und andere Besitztümer eintauschte. Christina starb 1689 in Rom, was bis etwa 1714/1715 zu einer Übergangsphase einer schwedischen Herrschaft in Rotenburg führte. Um die Jahre 1719/20 endete die schwedische Herrschaft hier vollends. Rotenburg kam an das Kurfürstentum Hannover und an Großbritannien. Die Geschichte von Rotenburg (Wümme) ragt, wie vorstehend angedeutet, aus der Entwicklung der geistlichen und weltlichen Herrschaftssysteme zwischen Elbe und Weser ungefähr seit der Zeit um die Jahreswende 1200 hervor. Die Betonung, welche die entsprechende Darstellung in der hier vorgelegten Abhandlung gefunden hat, darf nicht verschweigen, dass der Autor weitaus umfangreichere Darstellungen der Geschichte des Raumes Bremen – Langwedel – Verden und der Geschichte der nordwestdeutschen Reichsfürstentümer und der Nordwesteuropäischen Geschichte vorgelegt hat. Hierbei ist insbesondere auf die umfassenden Werke „Die Erzbischöfe von Bremen und ihr Haus und Amt Langwedel“ (Edition Falkenberg, 2. Auflage 2016, etwa 1200 bis 1640) und „Vom Westfälischen Frieden bis zum Wiener Kongress – Europäische Machtpolitik um Langwedel und Bremen“ (Edition Falkenberg, 1. Auflage 2016, etwa 1640 bis 1840) zu verweisen.

Vortrag von Prof. Schöne verschoben

Anders als vorgesehen, wird der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Armin Schöne zum Thema „Die Erzbischöfe von Bremen und ihr Haus in Rotenburg“ nicht am Dienstag, 26. März 2019, sondern erst am Donnerstag, 25. April 2019 um 19.00 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses Rotenburg (Wümme) stattfinden.

Jahresbericht 2018 des Vorsitzenden

Liebe Mitglieder, liebe Gäste,
das Vereinsjahr 2017/18 ist arbeitsintensiv aber auch erfolgreich gewesen. Ich möchte in drei Kategorien berichten und zwar

  1. Der Verein mit Vorstandsarbeit, Vorträgen und der Exkursion
  2. Archiv für Heimatforschung
  3. Rotenburger Schriften 2018

1. Der Verein

Die Mitgliederzahl unseres Vereins ist erfreulich auf 69 angestiegen. Neun Beitritten stand ein Austritt aus Altersgründen entgegen. Adolf Braasch aus Stemmen war im Gründungsjahr unserem Verein beigetreten. Er musste jetzt in ein Pflegeheim nach Hamburg umziehen, worauf seine Tochter, die die Geschäfte der Familie verwaltet, die Mitgliedschaft gekündigt hat. Für das Jahresende 2018, also für 2019 liegen zwei weitere Kündigungen aus ähnlichen Motiven vor.

Zur Verminderung der Mitgliederzahl führte auch der Tod von zweien unser Mitgliedern. Heinrich Behrens aus Borchelhof ist am 4. März im Alter von 77 Jahren verstorben. Er hatte regelmäßig an den Vorträgen und Exkursionen des Vereins teilgenommen und uns auch durch Geldspenden unterstützt.

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Tagung Freilichtmuseen

Ein Referat, welches Dr. Dr. Wolfgang Dörfler zum Auftakt der Tagung des Arbeitskreises für ländliche Hausforschung zum Thema Freilichtmuseen gehalten hat, stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

Dr. Wahl referiert über das Ende des 1. Weltkrieges

Vor nunmehr fast 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg und in Deutschland begann die Novemberrevolution, die zum Ende der Monarchie führte. Wie diese Ereignisse in Bremen und dessen Umland verliefen, darüber wird Dr. Hans Rudolf Wahl in einem Vortrag sprechen, zu dem der Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung am Mittwoch, 5. September 2018 um 19.00 Uhr in den kleinen Sitzungssaal des Kreishauses in Rotenburg herzlich alle Interessierten einlädt. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende zugunsten der Heimatforschung wird gebeten.

 

Dr. Hans Rudolf Wahl ist Historiker und als Lektor an der Universität Bremen tätig. Er gilt als Experte für das 19. und 20. Jahrhundert. Dr. Wahl lebt in Mulmshorn.